Neue Publikationen und Vorträge
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Aktuelles

Tagungen zu Mobilität und zu offenen Fragen nachhaltiger Landwirtschaft

Die nächsten von der FNK mit Partnern ausgerichteten Fachtagungen folgen am 29.-30.06.2018 in Wittenberg zu Offenen Fragen nachhaltiger Landwirtschaft und am 19.04.2018 in Berlin zur Verkehrswende.

FNK gewinnt Deutschen IQ-Preis 2018 - Felix Ekardt über Wandel, Transformation, Gefühle, Glück und Sinn

Unsere FNK ist für ihre unbequeme, transdisziplinäre Grundlagenforschung zur Nachhaltigkeit ausgezeichnet worden: hier. Warum ist Wandel so schwierig, individuell und gesellschaftlich? Welche Rolle spielen unsere Gefühle? Warum haben die mit dem stärksten Faktenwissen und den stärksten Werthaltungen oft die schlechteste Klimabilanz? Was gibt uns Glück und Sinn im scheinbar postmetaphysischen Zeitalter? Ein MDR-Interview dazu sowie zu den Taschenbüchern "Wir können uns ändern" und "Kurzschluss" findet sich hier

GroKo-Klimascheitern: nicht peinlich, sondern Verstoß gegen Völkerrecht und Menschenrechte

Deutsche und EU-Klimaziele zu verfehlen, ist nicht peinlich - es ist völker- und menschenrechtswidrig. Schon die unambitionierten Ziele selbst sind rechtswidrig; umso mehr ist es ihre Verfehlung. Näher dazu unser neues Rechtsgutachten zum Paris-Abkommen (das auch an die Analyse zu den Menschenrechten aus "Theorie der Nachhaltigkeit" kurz erinnert): hier

Taschenbuch "Kurzschluss: Wie einfache Wahrheiten die Demokratie untergraben"

Nicht nur Populisten – alle Menschen neigen zur Vereinfachung. Wenn wir Unsicherheit und Komplexität nicht zulassen, haben Demokratie und Nachhaltigkeit keine Chance. Und die offene Gesellschaft droht, eine historische Ausnahmeerscheinung zu bleiben. Und zwar gerade nicht nur wegen "der Populisten". Mit diesen Gegenthesen zum aktuellen Mainstream-Diskurs - sowie mit Grundkonzepten wie Vernunft, Wahrheit und Freiheit - beschäftigt sich das neue Buch von Felix Ekardt: hier. Kurz präsentiert wird die These auch in der ZEIT.

Taschenbuch "Wir können uns ändern"

Bei Oekom ist „Wir können uns ändern. Gesellschaftlicher Wandel jenseits von Kapitalismuskritik und Revolution“ erschienen. Warum fallen uns Veränderungen so schwer? Warum gelingt die Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft nicht? Scheitern wir mit unseren Vorsätzen an unseren Genen? Oder ist der Kapitalismus an allem schuld? Felix Ekardt liefert in seinem Buch eine kompakte und innovative Analyse, die zugleich zeigt, wie wir Wandel tatsächlich herbeiführen können: hier

Alle Meldungen

WTO, globale Gerechtigkeit und Völkerrecht

Nur ein kleiner Teil der Erträge des Welthandels kommt den Menschen in Entwicklungsländern zugute. Gleichzeitig bedroht der globale Kostenwettbewerb die Sozialsysteme in entwickelten Ländern. Gleichermaßen droht ein globaler Dumpingwettlauf um die niedrigsten, scheinbar „unternehmensfreundlichsten“ Umweltstandards. Norden und Süden gleichermaßen würde es deshalb nützen, wenn im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) internationale Sozialstandards etabliert würden. Unbeschränkte Handelsfreiheit führt zwar den ökonomischen Standardlehrbüchern zufolge zu maximalem Wohlstand; Regulierung würde demnach die Effizienz der Weltwirtschaft beeinträchtigen. Doch blendet diese Theorie wichtige Punkte aus. Beispielsweise übersieht sie die ungleiche Einkommensverteilung: Von der angeblichen ökonomischen Effizienz profitierten nur wenige. Die gesamte Wirtschaftsleistung würde sogar noch wachsen, wenn ein Teil des von Entwicklungsländern im Export verdienten Geldes genutzt würde, um die soziale Sicherheit der Arbeitenden zu verbessern. Denn das dürfte sich positiv auf ihre Motivation und Bildungsanstrengungen auswirken. Auch Umweltprobleme und die psychischen Folgen eines unbegrenzten „weltweiten Wettstreits um immer längere Arbeitszeiten und immer mehr Leistungsdruck“ kommen in der traditionellen Freihandelstheorie kaum vor. Dies führt zu dem Konzept, globale ökologische und soziale Mindeststandards im Regelwerk der Welthandelsorganisation (WTO) zu verankern. Ein solcher rechtlicher Rahmen würde einerseits zu Armutsbekämpfung und Umweltschutz in den Entwicklungsländern beitragen und andererseits den westlichen Sozialstaat schützen – vor einem internationalen „Kostenwettbewerb durch Sozial- und Umweltschutzabbau“. Die WTO könnte – zum Teil nach dem Vorbild der EU – zu einem gemeinsamen Markt mit einheitlichen Mindestanforderungen an die Sozial- und Umweltpolitik werden. Ein Modell dafür ist das öko-soziale Konzept für einen neuen globalen Klimaschutz.

Wiederholt beschäftigt hat sich die Forschungsstelle auch mit dem Menschenrecht auf Nahrung sowie mit der Partizipation im internationalen Bereich zur Sicherung sozialer und ökologischer Standards, aber auch mit dem Verhältnis der nationalen und internationalen Gerichte. Ebenfalls ein seit langem von uns bearbeitetes Thema ist der Fragenkreis, wie europäische Umweltpolitik endlich zu wirklicher Vorreiterschaft finden könnte, ohne ökologische Verlagerungseffekte und ökonomische Wettbewerbsfähigkeitsprobleme zu haben - Border Adjustments sind hierfür ein Stichwort. Im April 2016 wird ferner ein Sammelband zu TTIP erscheinen.

Texte zum Download: